Änderungen bei der Fondsbesteuerung ab 2018

Mit dem Gesetz zur Reform der Investmentbesteuerung regelt die Bundesregierung die Besteuerung von Investmentfonds ab dem 1. Januar 2018 neu. Ziel der Neuregelung ist es, das Besteuerungsprinzip einfacher zu gestalten und Steuerschlupflöcher zu schließen.

Die Eckpunkte der Reform sind zusammengefasst folgende:

 

  • Künftig werden alle Fonds nach dem gleichen System besteuert, nämlich auf Fondsebene mit einer Pauschale von 15% pro Jahr auf bestimmte Einkünfte. Dies gilt für ausschüttende und thesaurierende Fonds im In- und Ausland.
  • Als Ausgleich für diese Vorbelastung auf Fondsebene werden die Einkünfte auf Anlegerebene teilweise von der Einkommensteuer befreit (Teilfreistellungsprinzip). Die Höhe der Teilfreistellung ist abhängig von der Fondsart und dem Anlegertyp. Für Privatanleger gilt beispielsweise eine Freistellung von 30% bei Aktienfonds und 15% bei Mischfonds. Immobilienfonds sind zu 60% freigestellt.
  • Zu den zu versteuernden Einkünften beim Anleger zählen Ausschüttungen, bei thesaurierenden Fonds eine sogenannte Vorabpauschale und Veräußerungsgewinne.
  • Die zu versteuernden Erträge werden (wenn die Anteile von einem inländischen Kreditinstitut verwahrt werden) von der Bank ermittelt und unterliegen nach Berücksichtigung des Freistellungsauftrages dem Kapitalertragsteuerabzug.
  • Eine wichtige Änderung gilt auch für Fonds, die vor Einführung der Abgeltungssteuer im Jahr 2009 erworben wurden. Bislang waren diese bei Verkauf steuerfrei. Dieser Bestandsschutz fällt mit der Reform weg. Künftig sind Gewinne beim Verkauf steuerpflichtig; dies gilt jedoch nur für den Gewinnanteil, der ab 2018 entsteht. Gewinne, die aus Wertsteigerungen bis 31.12.2017 entstehen, bleiben steuerfrei. Für den Gewinnanteil ab 2018 gilt ein persönlicher Freibetrag von 100.000 Euro.